Wie ich zur Veganerin wurde

Ich bin nicht immer vegan gewesen, noch nicht einmal vegetarisch. Ich wuchs in einer Familie auf, in der Fleisch das Hauptlebensmittel war und so lebte ich auch mein Leben weiter, nachdem ich zuhause ausgezogen war. Ich machte mir keine Gedanken darüber, woher das Fleisch kam. Hauptsache es schmeckt. Und es schmeckte immer.


Kaum einer wird zum Vegetarier, weil ihm Fleisch nicht schmeckt. Jeder hat seine eigene Überzeugung und seinen eigenen Antrieb, Fleisch von seinem Essensplan zu streichen, sei es aus ethischen oder religiösen Gründen oder aus ökologischer Sicht.



Bei mir fing es 2017 an, dass ich an meinem Ernährungsstil zweifelte. Ich stand mit meinem damaligen Freund im Discounter und plante mit ihm unsere Abendessen für die kommende Woche. Im Einkaufswagen lag bisher nur Fleisch. Wir waren mittlerweile an den Punkt gekommen, dass wir unsere Mahlzeiten um das Fleisch herum planten. "Ich habe Lust auf Hack, was könnten wir dazu essen?" "Oh lecker, Kassler ist im Angebot...vielleicht haben wir ja noch ne Dose Sauerkraut zuhause". Da wurde uns klar, dass das so nicht weitergehen konnte.

Zufälligerweise liefen zu dem Zeitpunkt auch zahlreiche Dokumentationen über Mastebetriebe und das Thema Klimaschutz wurde immer präsenter. Wir entschieden uns, unsere Wocheneinkäufe vom Discounter zum Wochenmarkt zu verlegen und unser Fleisch nurnoch von regionalen Bauern zu beziehen. Wir wollten kein Fleisch mehr von Tieren, die zusammengefärcht unter unwürdigen Bedingungen und mit Medikamenten vollgepumpt auf ihr Ende warten, welches auch mehr oder weniger eher eine Qual als eine Erlösung ist.

Fleisch gab es ausschließlich nurnoch am Wochenende. Ich fühlte mich in meiner Entscheidung bestärkt, als ich auch die gesundheitlichen Aspekte betrachtete.

Doch was essen, wenn nicht Fleisch? Die Umstellung fiel mir nicht leicht, ich tat mich schwer damit einen geeigneten Ersatz für das tägliche Fleisch zu finden...die Wahl fiel schließlich auf Fleischersatzprodukte, Eier und Käse.

Und ich war zufrieden damit. Fürs Erste zumindest...


Ich fing an, meine Ernährung weiter zu hinterfragen und setzte mich unter anderem mit dem Thema Tierhaltung und Tierwohl auseinander. Dabei stellte sich mir die Frage: Warum sollte es dem Huhn aus der Legebatterie ohne Tageslicht besser gehen als dem Masthähnchen? Und warum muss für mich eine Kuh dauerschwanger sein, ohne jemals ein Kalb groß ziehen zu dürfen, nur damit ich mir morgens Milch in mein Müsli geben kann?



2019 war für mich der Punkt gekommen, dass ich mich dazu entschied, ganz auf tierische Produkte zu verzichten. Ich hatte zu dem Zeitpunkt viel Literatur gelesen, viele Dokumentationen und Filme darüber gesehen, wie nicht nur die Tiere, sondern auch die Menschen durch Massentierhaltung ausgebeutet werden und wie sehr die Umwelt darunter leidet.

Natürlich könnte man jetzt sagen, dass Eier, Milch und Käse aus biologischer Haltung doch was anderes seien. Natürlich ist es das. Bei mir sind es am Ende aber ein Zusammenspiel aus ethischen, ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Gründen. Ich bin der Meinung, dass pflanzliche Produkte nah am Ursprung immer tierischen Produkten vorgezogen werden sollten. Auf manche Themen aus meinem Beitrag möchte ich gern in weiteren Blogeinträgen näher eingehen :)

Heute leben wir beide vegan, jeder auf seine eigene Art und das ist auch gut so.

Bis heute habe ich nicht bereut, diesen Weg gegangen zu sein, ich fühlte mich nie wohler und gesünder als jetzt und würde diesen Schritt immer wieder tun.


2019 entschied ich mich nicht nur für eine Ernährungsumstellung, sondern auch für einen neuen beruflichen Werdegang als vegane Ernährungsberaterin. Ich bin mit meiner Arbeit auf keiner Mission, jeder soll frei in seiner Entscheidung sein, sofern er damit keinen großen Schaden anrichtet.

Ich möchte jeden, der eine Ernährungsumstellung wünscht, die Unterstützung geben und das Wissen vermitteln, welches ich mir in den Jahren mühsam selbst erarbeitet habe. Denn wer sich dazu entscheidet, vegan zu leben, der muss sich am Ende zwangsläufig mit Nährstoffen und Co. auseinander setzen, um wirklich von den gesundheitlichen Vorteilen profitieren zu können.


Ich weiß. Man kann nicht einfach von heute auf morgen auf Fleisch bzw. Käse, Milch und Eier verzichten, das verlangt aber auch keiner von dir. Wenn du in die Richtung gehen willst, fang vielleicht erst klein an. Wenn du bisher jeden Tag Fleisch isst, iss am Anfang vielleicht nur jeden zweiten oder dritten Tag Fleisch, später nurnoch am Wochenende Fleisch, vielleicht irgendwann nurnoch an Feiertagen oder vielleicht kannst du später auch ganz verzichten. Nach dem Gleichen Prinzip gehst du mit Käse, Milch und Eiern vor.

Hab keine Angst was deine Familie oder deine Freunde von dir denken könnten. Wenn du ihnen am Anfang erklärst, warum du dich dafür entschieden hast, werden sie dich besser verstehen können und dich auch besser unterstützen können. Es kann auch sein, dass du manches Mal auf Ablehnung stößt, aber du kannst es nicht jedem recht machen. Nur weil du kein Fleisch oder keine tierischen Produkte isst, macht es dich nicht zu einem anderen Menschen. Und du weißt am besten, was für dich das Richtige ist. Iss kein Fleisch, nur um anderen zu gefallen. Mach dein Ding!



Am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden, für welche Ernährung er sich entscheidet.

Ich möchte dir aber ans Herz legen:

Schau auf die Qualität der Produkte die du kaufst, sei es Fleisch, Milchprodukte oder Gemüse. Der Preis allein ist nicht entscheidend. Wer billig kauft, dem kommt es am Ende teuer zu stehen.

Und achtet auf Regionalität. Der Obstbauer von nebenan freut sich, wenn deine Apfel keine Importware aus Spanien sind.


Eure Julia von VePlanty


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